Kuhbild

Mehr als 70 Millionen Menschen leben in Tamil Nadu. Viele leben in den großen Städten wie Chennai oder Madurai. Wie überall gibt es dort Arme und Reiche. Wer aber auf dem Land wohnt, ist in der Regel arm. Viele Menschen besitzen kein eigenes Land und müssen sich als Tagelöhner durchschlagen. Da der Monsun oft nicht ausreichend eintrifft, gibt es jedoch nicht immer Arbeit. Dann wird das Leben für die Familien schwierig. Und vor allem die Frauen und Kinder leiden darunter.

Zusammen mit unserer Partnerorganisation PMD (People’s Multipurpose Development Organisation) hat das AVG in den vergangenen fast 20 Jahren viele Projekte unterstützt: Entwicklung von Frauenselbsthilfegruppen, Bau von Dorfschulen, ökologische und landwirtschaftliche Maßnahmen wie Wasserrückhaltebecken. Dreschplätze und die Finanzierung von Zugochsenpaaren, Brunnenbau, Förderung von Studenten aus armen Familien, Bau einer Geburtshilfestation, Soforthilfen bei Naturkatastrophen und vieles mehr. Bei einigen großen Projekten hat das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit) die Fördersumme mit bis zu 70 Prozent bezuschusst. Das gilt auch für das aktuelle Projekt der Förderung kleinbäuerlicher Milcherzeugung.

Das Milchkuhprojekt ist auf drei Jahre angelegt, von 2016-2018. Innerhalb dieses Zeitraums sollen 570 unter der Armutsschwelle lebende Frauen bzw. Familien in sechs Dörfern der Region Villupuram je eine Milchkuh bekommen.

Mit dem Verkauf der Milch kann so eine Familie ein regelmäßiges Einkommen von 600 Euro pro Jahr erhalten. Das sind weniger als 2 Euro pro Tag. Nicht viel Geld, wenn es das einzige Einkommen darstellt, aber es ist zumindest gewährleistet, dass die Grundversorgung sichergestellt ist. Dadurch soll vor allem die Sterblichkeit unter Müttern und Kleinkindern eingedämmt werden. Im Laufe der Zeit werden die Familien die Anschaffungskosten von circa 600 Euro pro Kuh zurückzahlen können und somit gewährleisten, dass weitere Familien und Dörfer in das Projekt aufgenommen werden können.

Das AVG hat sich verpflichtet, 28.000 Euro innerhalb dieser drei Jahre als Kostenbeitrag einzubringen. Dank der Sternwanderung am diesjährigen Unesco-Projekttag und der Spendensammelaktion der Schüler konnten wir unseren Anteil für dieses Jahr deutlich zusammenbekommen. Wir danken allen Unterstützern.

Den Projektantrag an das BMZ mit einer ausführlichen Beschreibung des Milchkuhprojekts finden sie hier.

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